Jahresbericht

Jahresrückblick 2015

 

2015 war für die Stadtbücherei Wittlich das Jahr mit

 

 - zwei grundlegenden technischen Erneuerungen

- Wittlicher Kulturtagen mit aufwendiger Eigenproduktion

- Quo vadis Stadtbücherei? Transformation von Bibliotheken

   aufgrund des technischen Fortschrittes

- der starken Frequentierung durch Flüchtlinge   

 

 

Dank der finanziellen Unterstützung (50 % der Gesamtkosten) des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ) konnte die Stadtbücherei Wittlich einen völlig neuen WEB-OPAC und ein Spezialmöbel zur Medienrückgabe außerhalb der Öffnungszeiten erwerben.      

Der WEB-OPAC ermöglicht allen Bibliothekskunden eine direkte Überprüfung ihrer Medien- und Gebührenkonten mit vielen interaktiven Möglichkeiten wie der Recherche physischer und virtueller Medien, der Verlängerung der Ausleihfristen, dem Vorbestellen entliehener Medien, der Aufgabe von Fernleihwünschen usw. Die moderne Oberfläche des Programms erscheint am heimischen PC in exakt derselben Optik wie auf den Bildschirmen der Recherche-PCs in der Stadtbücherei, was die Bedienung erleichtert [1].   

Virtuelle Medien können die Kunden der Stadtbücherei Wittlich bereits seit einigen Jahren an 24 Stunden an jedem Wochentag ausleihen. Physische Medien wie Bücher und CDs usw. können nun jederzeit abgegeben werden, da ein Spezialmöbel erworben wurde, das außerhalb der Öffnungszeiten der Stadtbücherei gestattet, die Bücher über eine Art Briefschlitz von der Tiergartenstraße aus „abzugeben". Die Medien rutschen über Gleitflächen in einen speziellen Wagen, der mit einem Federsystem gepolstert verhindert, dass die CDs und DVDs beschädigt werden. Dieser Rückgabekasten wird von den Kunden gerne angenommen [2].   

Die Wittlicher Kulturtage 2015 standen unter dem Motto „coming home" und boten gezielt Veranstaltungen mit „alten" und „neuen" Wittlicherinnen und Wittlichern an, spielten mit den Begriffen „Heimat" und „neue Heimat", was angesichts von mehr als einer Millionen Flüchtlingen in Deutschland ein hoch aktuelles Thema war. Die Stadtbücherei Wittlich trug mit einem Theaterworkshop für Jugendliche über Flucht, Vertreibung und Asyl [3] sowie einer Theaterauftragsarbeit über den ehemaligen Wittlicher Bürgermeister und Ehrenbürger Matthias Joseph Mehs zum Gelingen der Veranstaltungsreihe bei. Besonders gelungen war der Aufführungsort für die Mehs-Veranstaltung im Garten und Haus des großen Wittlichers. [4]

Angesichts des Fortschritts in der Informationstechnologie müssen sich Bibliotheken fragen, wo ihre Aufgaben und gesellschaftlichen Verpflichtungen liegen werden und wie sie sich dieser Herausforderung stellen. Als innovative Bibliothek bundesweit bekannt, ereilte die Leitung der Stadtbücherei Wittlich die Bitte der Kulturstiftung des Bundes, zum Thema in Idar-Oberstein und in Berlin zu referieren, was kurzfristig ermöglicht werden konnte.       

Ab dem Herbst 2015 kamen vermehrt Flüchtlinge aus Syrien u.a. Ländern auch nach Wittlich; im November wurde in einem ehemaligen Baumarkt eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge mit einer Kapazität von über 1.500 Plätzen errichtet. Schnell entdeckten viele dieser Menschen die Stadtbücherei Wittlich und nutzten sie als Aufenthaltsort und natürlich, um mittels der Internet-PCs und des freien W-LANs Kontakte pflegen zu können. Mithilfe der JVA konnte die Stadtbücherei Wittlich vier zusätzliche PCs zum autodidaktischen Erwerb der deutschen Sprache zur Verfügung stellen. Zahlreiche Führungen in unterschiedlichen Sprachen wurden ebenso durchgeführt wie Deutschstunden im Haus.  

 

Das Jahr 2015 verzeichnet für das Gesamtsystem (Stadtbücherei, Kreisergänzungsbücherei Bernkastel-Wittlich und Bibliothek des Emil-Frank-Instituts): 

   

  • 6.753 aktive Benutzer (Kunden, die mindestens eine Entleihung/anno tätigten)

     

  • 93.396 Besucher

     

  • 90.781 Medien und 407.095 Entleihungen

     

  • Weitere deutliche Zunahme des Ausleihe der e-books ( 2015 = 22.696, 2014 = 18.932, 2013 = 11.856, 2012 = 8.478)

     

  • 200 Veranstaltungen und Führungen, davon 165 für Kinder und Jugendliche

     

  • 103.318 Virtuelle Besuche (Anfragen Homepage)

     

  • In den 11 Wartezimmerbibliotheken standen 470 Bücher kleinen und großen Patienten zur Verfügung

     

    Außerdem fanden statt: 

     

    • Die Aktion Lesesommer mit 1.016 Teilnehmern und gigantischer Abschlussparty am 4.10.2015. Keine andere (Groß-)Stadt in Rheinland-Pfalz erfuhr eine derartige Resonanz [5]. 
    • Das Projekt Wanderrabe mit sechs beteiligten Kindertagesstätten und sehenswert inszenierten Übergaben und Abschlussveranstaltung (Theater im Haus der Jugend).
    • 45 Fortbildungen/Konferenzen/Arbeitskreissitzungen und Empfänge.
    • Mit den Sprach- und Leseförderaktionen „Bücherminis“, „Bücherminis2“ (= jetzt „LeseStart2“), BücherMax!s“, „Schultüten“, „Dezembergeschichten“ und „Adventskalender“ wurden zusätzlich 9.800 Kinder erreicht.

     

     Einzelereignisse (Auswahl):

    • Elternvortrag Frühe Leseförderung (3.2.)
    • Vorträge über aktuelle Bilderbücher (6. + 9.3.)
    • Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes des Deutschen Buchhandels (23.2.)
    • Autorenlesung mit Pater Stephan Senge (29.4.)
    • Wanderraben-Abschlussfest mit Kindertheater (21.5.)
    • Kindertheater „Cowboy Klaus und das pupsende Pony" (21.5.)
    • Räubernacht im Rahmen des eifelweiten „Sommerheckmeck" (3.6.)
    • Autorenlesung mit Norbert Scheuer (11.6.) [6]
    • Schulung/Beratung Onleihe (12.6. +10.7. +11.9. +13.11.)
    • Autorenlesung Lydia Hauenschild (18.6.)
    • Buchflohmarkt in der Altstadt (20.6.)
    • Autorenlesung Jens Schumacher (1.7.)
    • Kindertheater „Kleine Vampir" (14.7.)
    • ProLesen Abschlussveranstaltung (15.7.) [7]
    • Vortrag: „Ich bin Wittlicherin und komme aus dem Tschad" (21.7.) [8]
    • Theaterveranstaltung: „Mehs – Annäherung an einen großen Wittlicher" (13.9.)
    • Workshop Theaterkids (26.9.)
    • Vortrag: „Ich bin Wittlicher und komme aus Togo" (1.10.)
    • Lesesommerabschlussparty (4.10.)
    • Vortrag „Kamishibai" (18.11.)
    • Autorenlesung Erich Gerten (3.12.)

     

    Kontakt: Elke Scheid

     

    [1] Die moderne Oberfläche des WEB-OPAC erscheint am heimischen PC in exakt derselben Optik wie auf den Bildschirmen der Recherche-PCs in der Stadtbücherei, was die Bedienung erleichtert.
    [2] Der Rückgabekasten, um Büchereimedien auch außerhalb der Öffnungszeiten abzugeben, wird rege genutzt.
    [3] Theaterworkshop unter der Regie von Theaterpädagogin Claudia Cartellieri für Jugendliche über Flucht, Vertreibung und Asyl am 26. September im Haus der Jugend.
    [4] Matthias Josef Mehs: Annäherung an einen großen Wittlicher - Szenische Aufführung am 13. September 2015 mit Manuel Klein und Anne Kaftan. Besonders gelungen war der Aufführungsort für die Mehs-Veranstaltung im Garten und Haus des großen Wittlichers.
    [5] Die Aktion Lesesommer mit 1.016 Teilnehmern und gigantischer Abschlussparty am 4. Oktober 2015. Keine andere (Groß-)Stadt in Rheinland-Pfalz erfuhr eine derartige Resonanz.
    [6] Autorenlesung mit Norbert Scheuer "Die Sprache der Vögel" am 11. Juni.
    [7] ProLesen-Abschlussveranstaltung mit allen dritten Grundschulklassen der Innenstadtschulen am 15. Juli im Haus der Jugend.
    [8] Vortrag von Kirathan Boulo: „Ich bin Wittlicherin und komme aus dem Tschad“ am 21. Juli.
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