„Ich bin nicht Siegfried“ – Im Zeitraffer durch die Nibelungen-Sage

14.11.2018

Ein Mann mit vielen Gesichtern - Tino Leo spielt alle Rollen selbst

Der Funke sprang über: die Nibelungensage zog das jugendliche Publikum in seinen Bann

Ein einziger Schauspieler übernimmt 13 Rollen und erzählt die 13.000 Verse der Nibelungen-Sage in 45 Minuten? Nicht nur die anwesenden Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen fragten sich das, auch die Lehrkräfte hatten zunächst keine Vorstellung, wie dies vonstattengehen soll. Der Mainzer Schauspieler Tino Leo belehrte sie in seiner One-Man-Show „Ich bin nicht Siegfried“ eines Besseren und demonstrierte in einer temperamentvollen Aufführung eine äußerst witzige Version des komplexen Stoffes. Blitzschnell zwischen den verschiedenen Protagonisten wechselnd, umrahmt von einem Erzähler und Kommentator, brachte Tino Leo den Kindern die schwierige, aber auch sehr spannende Handlung der großen deutschen Heldensage näher. Keine der wichtigsten Personen fehlte: von Siegfried und dem Schmied Mimir über den Zwergenkönig Alberich bis hin zur Walküre Brunhild, Prinzessin Krimhild, König Gunter und den fiesen Hagen von Tronje erweckte Tino Leo mit beeindruckendem Schauspiel und fantastischen Stimmvariationen zum Leben und begeisterte sein Publikum.
Die insgesamt 6 Schulklassen mit knapp 180 Schülern hatten den Besuch der Vorstellungen als erfolgreichste Klassen der weiterführenden Schulen des letzten Lesesommers gewonnen und wurden von der Stadt –und Kreisergänzungsbücherei Wittlich ins Haus der Jugend eingeladen. In den anschließenden Gesprächsrunden beantwortete Tino Leo zahlreiche Fragen der wissbegierigen Zuschauer. So erfuhren diese, dass er ab der 10. Klasse den Wunsch verspürte, Schauspieler zu werden, nach ersten Statistenrollen vom Virus „Theater“ befallen wurde und schließlich die Schauspielschule besuchte. Seit 2008 trat er in zahlreichen Theaterproduktionen auf, drehte aber auch Fernsehfilme und arbeitet außerdem als Coach, Autor und Sprecher.
Leo versteht es ausgezeichnet komplexe Themen zu vereinfachen und seinen Zuschauern humorvoll näher zu bringen, so dass diese Lust darauf bekommen. Das schönste an seinem Beruf sei es, Leute zu unterhalten und dabei zum Lachen, Weinen oder Nachdenken zu bringen. Dies beschere ihm regelmäßig wahre Glücksmomente und mache den Beruf des Schauspielers zu seinem absoluten Traumjob.
In Wittlich war ihm dies auf jeden Fall gelungen – das konnte man an den begeisterten Gesichtern der Schülerinnen und Schüler nach der Vorstellung ablesen. Und wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere auch vom Theatervirus infiziert …


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